Die FMS

Die FMS im zwanzigsten (!!!) Jahr- und wir rocken immer noch!

Zwanzig Jahre Rock in der Provinz. Mehr als 60 Bands aus dem In- und Ausland hat die FMS in den vergangenen Jahren in Schrecksbach auf die Bühne geholt, zudem eine CD zu Ehren der Beatlegende “The Petards” produziert. Ein Rückblick auf soviel Jahre Kultur ohne Förderung.

Zwanzig Jahre Freie Musikinitiative Schrecksbach - zwanzig Jahre Rock in der Provinz! Was 1995 mit einem Jimi Hendrix-Festival begann, ist heute für Musifans ein geradezu unverzichtbarer Bestandteil der regionalen Kulturszene geworden. Mehr als 60 Bands, darunter viele Künstler aus dem Ausland, hat die Freie Musikinitiative Schrecksbach - kurz FMS - in den vergangenen Jahren nach Schrecksbach geholt. Im November 2015 feiert der kleine Verein sein zwanzigjähriges Jubiläum.

Die Anfänge der FMS

Los ging alles im Jahr 1994, als Heiko Schwalm und Marco Miltz in der Mehrzweckhalle Schrecksbach ein Konzert mit der U2-Coverband “The Doppelgängers” aus Großbritannien auf die Beine stellten. Die Resonanz auf das kleine Festival gab den beiden Musikfreunden Recht in ihrer Idee, anspruchsvolle Live-Konzerte auch “aufs Land” zu holen - fernab der Großstadt-Gigs und der allerorten üblichen Discoabende. Es finden sich Gleichgesinnte und im November 1995 entsteht der der Verein “Freie Musikinitiative Schrecksbach”.

Heute besteht die FMS aus fünf aktiven Mitgliedern: Neben Heiko Schwalm und Marco Miltz sorgen Lutz Schier, Guido Ryczak und Thomas Liebau für rockige Events in Schrecksbach - zweimal jährlich greifen auf Einladung der FMS Musikgruppen in die Saiten.

Die FMS begann ihr “offizielles Dasein” 1995 mit einem “Jimi Hendrix Revival Konzert”, in dessen Rahmen “More Experience” aus der Schweiz vor über 700 Besuchern auftraten. Es folgten zahlreiche Club-Gigs mit “kleineren” Bands in der Blues-Kneipe “Ohly” in Schrecksbach, unter anderem mit “Lady Godiva”, “Hokke Scheeb”, “Travelling’ Light” oder “No Pale Haze”; ein Mal mietete die FMS auch das Alsfelder Jugendzentrum, wo seinerzeit die angesagten “Swoons” auftraten.

Ausländische Künstler und regionale Acts

Ab 1998 buchte die FMS verstärkt ausländische Künstler, was seither Fans aus ganz Deutschland zu schätzen wissen. Natürlich sind es nicht die ganz großen Bands, die ins “Mylord” nach Schrecksbach kommen, aber in “Szenekreisen” sind sie allesamt ein Begriff und lassen Besucher auch hundert Kilometer Anfahrt und mehr in Kauf nehmen. So beschallten in den vergangenen Jahren unter anderem Neal Casal, die “Sand Rubies”, Todd Thibaud, “The Great Crusades” und Rich Hopkins (alle USA), Aynsley Lister (Großbritannien) oder “Helldorado” aus Norwegen das “Mylord”.

Ebenfalls aus Norwegen kommend, stiegen im Jahr 2002 “BigBang” in Schrecksbach auf die Bühne - um einige Tage darauf beim Mega-Festival “Rock am Ring” gefeiert zu werden. Zwischendurch Cover-Bands erster Güte, darunter die “Glitter Twins”, bekannt als die “hessischen Stones”, und “Ozzmosis”, die dem Altmeister Ozzy Osbourne Tribut zollten. Und in jedem Fall eine Vorgruppe aus der Region - denn auch das ist damals wie heute erklärtes Ziel der FMS: jungen Musikern aus der Umgebung einen Auftritt vor Publikum zu ermöglichen.

Zwei Mal versuchte sich die FMS übrigens an Festival-Konzerten: 1999 initiierte man das “Summerrock”-Festival in Röllshausen, in dessen Rahmen unter anderem die damaligen Chart-Topper von “Vivid” spielten; 2002 organisierte man ein Benefizfestival zugunsten der Hochwasseropfer, unter anderem mit “Starbuzz” und “Astra Kid”. Beide Festivals aber stießen leider nicht auf die gewünschte Resonanz - was freilich “zum Geschäft” dazugehört.

CD Produktion: Tribute To The Pertards
Einer der berühmtesten Bands der Beatrock Geschichte kommt aus unserem Heimatort. Den PETARDS haben wir mit der eigens produzierten CD “Tribute To The Petards” ein verneigende Hommage gezollt.
Erhältlich unter petards.de. Übrigens auch eine Homepage der FMS.

Zehnjähriges mit “Revolverheld”

Im November 2005 feierte die FMS ihr zehnjähriges Bestehen - mit einem Festival der Extraklasse. Knapp 1000 Besucher kamen, um die Shooting-Stars von “Revolverheld” abzufeiern - das hat tüchtigst gerockt und mächtig viel Spaß gemacht!

Immer mehr bekannte Künstler

In den 2000er Jahre kamen immer mehr bekannte Künstler aus “Funk und Fernsehen” in unseren kleinen Ort: Jan Plewka von Selig war mit seiner Band TemPeau zu Gast, die Badesalz Herren Gerd Knebel und Henni Nachtsheim, jeweils Solo, als Comedykünstler oder auch mit Band sorgten mehrfach für ausverkauftes Haus. Dazu immer wieder Cover Rock Themen Abende: Led Zeppelin oder Black Sabbath, mit Coverbands die zu den besten Europas zählen.

Kultur ohne Förderung

Seit den zwanzig Jahren ihres Bestehens arbeitet die FMS “auf eigene Rechnung”, eine wie auch immer aussehende Förderung aus Kulturtöpfen erhält man nicht. Es wird hin- und hergerechnet, manche Konzerte schließt man dann mit Gewinn ab, andere mit Verlust - es ist letztlich immer “der Spaß an der Sache”, die die fünf aktiven Mitglieder treibt. Faire Eintrittspreise sind selbst gegebene Vorgabe - mehr als zwölf Euro hat die FMS nie verlangt, der Vorverkauf, der bis nach Ziegenhain oder Alsfeld reicht, ist stets günstiger. Konfirmanden aus der Großgemeinde erhalten zum jeweils nächsten Konzert freien Eintritt, junge Bankkunden des öfteren ermäßigten Eintritt (in Zusammenarbeit mit der VR-Bank HessenLand). Derart will die FMS auch junge Menschen für Livemusik begeistern.