Rock’n'Roll in Neuseeland - Auch auf der Südinsel?

Aloha!

Nun ist es soweit, ich bin offiziell ein neuseeländischer Student! Bringt rein gar nix, Uni is wie daheim, genauso langweilig und chaotisch organisiert… Uni-Intranet funktioniert net, überall stundenlang anstehen. Echt zum Nach-Hause-fahren!! Aber egal.. Im Seminar sind wenigstens nur 10 Leute anstatt 50 wie in Köln, so dass man tatsächlich auch mal nach seiner Meinung gefragt wird! Nix da mit heimlich was anderes lesen oder gar schlafen.. ^^ Und das faszinierende ist, dass es umsonst Kaffee gibt! Uni ist teilweise echt so als würde man die Oma besuchen. Bloß fragt die einen nicht nach englischer Literatur…

Joa, und umgezogen bin ich! Endlich weg von den Chinesen… zu zwei netten Kiwi-Mädels in ne WG ins Stadtteil Brooklyn. Klingt nach Gangsta-NY, ich weiß.. aber die Sirenen sind nur von weitem zu hören (Body Count, Body Count..). Nachteil: Man läuft ne halbe Stunden den Berg hoch wenn man nach Hause will. Also unmöglich besoffen nach Hause zu kommen, vorher hat man sich nüchtern geklettert. Vorteil: Folgende Aussicht eröffnet sich wenn ich aus dem Fenster guck:

Andere fahren dafür in den Urlaub, *gg* ! Und das für 50 Piepen die Woche… So weit, so gut. Aber um die Chronologie der Ereignisse nicht zu sehr durcheinander zu bringen, fang ich mal da an wo der letzte Blog aufgehört hat. Es ging nämlich per Fähre auf die Südinsel in das abgelegene Kaikoura (Maori: Langusten essen. Anm d. Verf.: So ne leckere Languste hab ich noch nichmal gegessen.. Lag vielleicht daran, dass ich noch nie eine gegessen habe. Trotzdem ausgezeichnet! ;-). Dort ging es dann per Kayak zu der Seehundkolonie.

Klingt aufregend, is aber langweilig. Seehunde liegen nur dumm auf der Klippe rum und fragen sich, warum alle sie dabei sehen wollen. Und bestehen glaub ich zu 80% aus Fett.. kein Wunder, dass die Haie die so mögen. Mehr versprach ich mir dabei vom Delfin-Schwimmen am nächsten Tag. Aber wie so oft kam ich zu spät und die Plätze zum Delfin-Schwimmen waren vergriffen. Durfte also nur gucken, was aber auch ganz cool war! Die Springen echt zwei, drei Meter ausm Wasser, wie im Fernsehen! Aber Geräusche machen die keine… Was haben sich die Macher von “Flipper” da bloß gedacht?? Na, wer weiß was die genommen haben um das Delfin-Schnattern nachzumachen bzw. zu erfinden… Frustrierend, die Viecher zu fotografieren! Einfach zu schnell.. und man weiß nie, wann der nächste ausm Wasser hüpft.

Wetter war grauenhaft… Meine erste Surfstunde wurde direkt abgesagt, wegen schlechter Bedingungen. Ob der Lehrer wohl wusste, dass meine Unerfahrenheit mit der Materie schon per se eine schlechte Bedingung war? Egal. Im Hostel gab es genug Gesellschaft! Bla, bla, blubb.. mit Holländern, Iren, Engländern und allen anderen Nationalitäten, bei denen der Suff zur Kultur gehört gesoffen! Und natürlich trifft man in so einer Runde auch n Kölner. Hätte ich auch zu Hause bleiben können. Aber der Typ hatte eine Säge als Geige zweckentfremdet.. Klingt dann wie n prähistorischer Synthesizer! Aber voll geil, schade, dass es kein Video von unserem Jam gibt! DAS war Rock’n'Roll! Und dazu noch sehr spontan…

Aber genug von dem Fischer-Kaff! Nicht wie weg aus dem Regen, nordwärts in Richtung Abel-Tasman National Park! Dort gings auf einen weiteren Kajaktrip, diesmal wesentlich weiter und mit Wanderung zwischendurch. Endlich löste sich die Wolkendecke und die Sonne schien auf einen der wohl schönsten Flecken der Erde. Unglaublich! Gut, dass es ein National Park ist.. Am Mittelmeer hätte lauter Deppen schon Hotels, Imbissbuden, Discos und weiß der Geier was hingepflanzt! Aber nich hier.. absolut unberührt. Man staune selbst:

Dafür hatte sich auch das ganze Paddeln mal gelohnt! Nun denn, rastlos gings weiter nach Westport, zur Tropfsteinhöhle und zur ersten Surfstunde.. bei super Wetter! Aber wie ich es mir dachte.. auch die guten Bedingungen machen aus mir keinen Surfer. Aber ich bleib dran, Spaß machts trotz auf die Fresse fliegen! Landschaft war wieder unglaublich schön, aber was zur Hölle interessierts die Leute? Nix los, keine Menschen, nur Bäume und Wasser! Aufm Bild ist das wahrscheinlich gar nich beeindruckend.. na komm, eins geht noch!

Doch langsam verlier ich meine Leitfrage aus den Augen.. Rock’n'Roll in Neuseeland? Auf der idyllischen Südinsel bis jetzt nur in Form eines mit einer Säge musizierenden Kölners. Aber zurück im “Hauptnerv” Wellington wurde ich natürlich direkt fündig! Schlagzeuger werden nämlich bald abgeschafft! Man brauch nur n Plattenspieler und etwas Tüftelei um einen niemals endenden Drummer zu erschaffen:

Also gings gleich wieder zu den Jungs mit der Hausparty vom ersten Blog. Und die Typen sind so locker, haben sich jetzt die Garage umgebaut! Allerdings ist hier in Wellington alles geregelt. Von wegen Krach mit den Nachbarn wegen Jam-Sessions: Dafür wurde eine sogenannte “Noise-Patrol” eingerichtet, die durch die Gegend fährt und den Schallpegel bei Möchtegern-Musikanten und denen, die es noch werden wollen, zu messen! Wird der überschritten gibt es.. na was? Eine Ermahnung (Ich lach mich tot! :D:D). Und dann darf man munter weiterspielen, bis sie wiederkommen. Dann gibts die nächste Ermahnung! Die zur Folge hat, dass man drei Tage gar keinen Krach machen darf. Sind die drei Tage rum, geht das ganze wieder von vorne los… Macht man innerhalb der drei Tage Krach, kommen sie und nehmen sämtliche Instrumente mit. Sinnvole Regel! Also durften wir immer schön zwei Ermahnungen abwarten, hehe…

Aber nich nur in Wellington gibts ne florierende Garagen-Szene. Ein Kollege verschleppte mich in nen Vorort, wo sich einer n komplettes Studio in den Garten gebaut hat! Dort ergaben sich auch einige Jam-Sessions, am beeindruckendsten war wohl die mit einem durchgedrehten Portugiesen, der in bester Lemmy-Kilmister-Manier einfach zwei Stunden durchgeschrien hat, wenn man ihm nicht seine Klarinette vor den Schnabel gehalten hat. Auf dem Foto links…

Jaja.. klingt alles so schön, aber manchmal hat man doch gerne paar bekannte Leute um sich herum, das fehlt noch. Letztes Wochenende schienen alle was besseres vorzuhaben, war der arme Henning ganz alleine! Keiner wollte spielen, so bin ich alleine losgezogen.. und 30 m weiter bis zu meinen Nachbarn gekommen, wo ich eine Sekunde zu lange neugiereig vor der Tür stehen blieb. Eine Todsünde in Wellington! Man darf nirgendwo einfach blöd vor der Tür rumstehen!

Nachbar: “Ey, wer bistn du? Bist du n Kumpel von uns?”
Ich: “Das kannste sehen wie du willst.”
Nachbar: “???”
Ich: “???????”
Nachbar: “Na dann komm rein und feier mit uns!”
Ich. “!!!! OK, ich hol Bier…”

Später:

Tja, so kanns gehen!

In diesem Sinne…. Prost!

Euer
Henning

P.S.: Mehr Bilder, bald auch neue Musik auf www.myspace.com/herrnorcht

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3 Responses

  1. Sarah meint:

    Hi Henning,

    liebe Grüße aus good old germany. Wie ich lese geht’s dir da unten gut. Ich sitze hier im verregneten Köln und schreib an meiner Hausarbeit. Aber auch für mich gibt es Hoffnung, denn im Sommer flieg ich für fünf Wochen meine Schwester in Mexiko besuchen.
    Wünsch dir weiterhin ne geile Zeit.
    Bussi Sarah

    Geschrieben am 16. Mrz 2009 um 18:24 Uhr

  2. Der Doktor meint:

    Tja,

    was soll man dazu sagen! Musik ist allgegenwärtig und die richtigen Leute ziehen sie auch magisch an! Coole Bilder! Sehr geil!!!

    Viel Spaß noch
    Daniel

    Geschrieben am 16. Mrz 2009 um 13:04 Uhr

  3. Der Doktor meint:

    Hey Henn-Man!

    Vielen Dank für die tolle Karte! :-) Da haben wir uns gefreut! Wie ist denn der Herbst so in Neuseeland? Also der deutsche Frühing ist bisher sehr schön…ein bisschen Regen, aber dafür auch viiiiiiiel Sonne und Temperaturen bis 25°C!
    Eine Frage: Was ist denn der Milleniumball? Schwebt der da in der Luft oder wat? Das kann man auf der Karte nicht so gut erkennen…

    ganz liebe Grüße
    Daniel

    Geschrieben am 16. Mrz 2009 um 17:29 Uhr

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