Wo zur Hölle treibt sich da dos oarm Jingche rum?

Soderle! KIAORA! (Maori für “Guten Tag!”)

Geschafft hab ichs schonmal bis hierher… und obwohl es mir so vorkommt, als hätte ich nix auf die Reihe gekriegt und wäre nur alleine gewesen, stell ich nun im Rückblick fest, dass ich ne Menge Leute kennen gelernt und ganz schön was gesehen hab!

Ja, aber wo zur Hölle treibt sich da dos oarm Jingche rum?? Nach dem Horrorflug über San Francisco (natürlich mit Blumen im Haar!), und Auckland im Norden Neuseelands kam ich endlich in der Hauptstadt Wellington an! Traumhafte Stadt, coole Leute und wunderschöne Landschaften, die jeglichem Heimweh leider keine Chance lassen!

Ziemlich windig isses, also nix da mit Gel in den Haaren und Fönfrisur. Außerdem brennt die Sonne hier direkt unter dem Ozonloch mördermäßig, so dass sich die durchschnittlichen 23 Grad wie in Andalusien anfühlen… Nach der ersten halben Stunde, die ich angezogen in der Innenstadt verbrachte, kam ich mit nem Sonnenbrand heim! Die Natur und das Klima also lassen die Leute schon nach Rock ‘n’ Roll aussehen! :-)

Ich wohne übrigens bei ner chinesischen Familie in ner umgebauten Garage… Dort hab ich in den ersten Tagen durch permanentes Schlafen meinen Jetlag überlistet, zwischendrin war noch bisschen Zeit für die Gitarre. Es wurden natürlich dem Ambiente entsprechend nur Songs der besten Metallica-Platte “Garage Inc.” gespielt.. (jaja, ich weiß… das sagt aber übrigens einer der alle Platten besser als jeder andere kennt! Aber dafür ist ja die Kommentar-Funktion da! ;-)

Und genauso hab ich natürlich die ersten Leute kennen gelernt: mit der Klampfe in der Hand völlig verloren auf der Gasse! Paar Jungs, die sich selbst als absolute “Bums” (Achtung! Englische Aussprache! hehe..) bezeichnen, baten mich doch bitte für sie zu spielen.. obwohl sie das, wie sich dann herausstellte, auch ganz gut selber konnten! Rock- und Metalklassiker waren hinreichend geläufig, so dass sich eine witzige Cuba-Street-Karaoke entwickelte…

Nach 2 weiteren Tagen mit viel Sport, den man hier bei dem Wetter einfach machen muss, und Grundorientierung gings dann mit dem berühmten “Cable Car” in den botanischen Garten. Am Einstieg zu dieser alpinen 20-Grad-Steigung-Straßenbahn kam mir doch ein Akzent sehr bekannt vor.. ja klar, mal wieder ein deutscher Touri! Aber nicht irgendeiner… er hatte den Spitznamen “Fleisch”, Bandshirt mit Totenkopp wie sichs gehört, und ne Flasche Wein dabei, die postwendend entleert wurde. Quassel, sabbel, bla bla blubb, er wohnt zur Zeit in Australien und ist seines Zeichens Booking-Chef der Firma bzw. Band “SODOM” !!! (Die deutschen Thrash-Metal-Altväter sind ja bekannt durch Hits wie “Bombenhagel” oder “Nuclear Winter”..) Na wenn das mal kein Zufall war!

Und am Wochenende, das mit einem sehr einsamen Freitag begann, konnte ich sogar meinen ersten Schein hier verdienen. Natürlich für meine “sanfte, herrliche, himmelerklingende Musik” (entschuldigt das Peter-Ludolf-Zitat).

Das is noch die alte Schule, uff der Gass zocken! Das Verwunderliche daran war nur, dass ich die Knete bekommen hab, B E V O R ich überhaupt angefangen hatte zu spielen. So n Südafrikaner, lief mir sogar hinterher um mir die Kohle zu geben, bloß weil ich ne Klampfe dabei hatte… Naja, dann spielt man doch gerne! Ein total besoffener Maori-Halbire gesellte sich dazu.

Übrigens fanden in Wellington gerade die Rugby Sevens statt, ein traditionelles, sehr angesagtes Rugby-Turnier, das Menschenmassen wie der Kölner Karneval anzieht. Na jedenfalls konnte ich auch die Klappe nicht halten, als ich aufm Heimweg paar Jungs beim Schlagzeug verladen traf… Sie wollten ne Hausparty mit Live-Band veranstalten, wohin ich mich dann erfolgreich selber einlud.

Und was war das bitte für ne grandiose Idee? Rock ‘n’ Roll in Neuseeland? Ich hatte verdammt nochmal den Hauptnerv getroffen! Und kletterte ihm langsam das Rückgrat hoch… Buchstäblich, denn die Party war echt weit oben am Berg! Dort gings jedenfalls cool ab! Sowas würde in Deutschland nie funktionieren, zumindest nur sehr eingeschränkt. Beim Trevor in Köln kamen paar mal die Bullen (die es dann auch gut sein ließen, ok…) und Roths Karlheinz ließ sich meine Sportlerheim-Megafon-Beatbox Sonntag morgens um halb 4 auch nur wenige Minuten gefallen, ohne mit den grünnen Phallus-benachteiligten Männern zu drohen! Die Jungs und Mädels hatten echt Spaß, auch ohne Randale… Und jammten und danceten was der Boden aushielt! An der zweiten Gitarre fand sich übrigens Buddy-Holly ein…

Dann gings später noch in die Stadt, zu nem Konzert (was auch sonst!). Der Laden sah aus wie das gute alte Mylord bei ner FMS-Veranstaltung und die Band war auch nich schlechter als BigBang! Und das für nur umgerechnet 4 Euro, wenn man sich daran mal kein Beispiel nehmen sollte! (Sorry Jungs, ich kann mir die Seitenhiebe leider nicht verkneifen… Aber das gehört dazu oder? Take it easy, guys! ;-) Die Bildqualität der Fotoaufnahmen ließ mit zunehmender Dauer des Abends leider aus mir völlig unerklärlichen Gründen stark nach…

Tja, das ist halt Rock ‘n’ Roll in Aktion…

Also, in Sachen Rock ‘n’ Roll bin ich schon nach einer Woche fündig geworden! Einerseits gut, andererseits bedeutet das, dass ich mir vielleicht bald ne andere Leitfrage für meinen Blog überlegen muss! Aber wozu sollte ich das auch jemanden vorenthalten? Gibt bestimmt noch genug hier zum Erleben…

Und Interessantes scheints hier ja auch abseits vom Rock ‘n’ Roll zu geben. So mach ich mich denn die Tage mal auf die Südinsel, Wale beobachten, mit den Delphinen schwimmen und zu den Pelzrobben mim Kajak paddeln… Oder endlich mal surfen lernen! Für die, die nich genug kriegen oder mehr Bilder wollen: Die gibts alle auf meiner Myspace-Seite! Oben links unter meinem Profilbild auf “Fotos” klicken usw…

In diesem Sinne,
Henning

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1 Kommentar

  1. Heiko meint:

    Hi Henning,
    also, wenn das nach so kurzer Zeit nicht schon der Hammer ist, weiß ich es nicht! Sodom, Street Bands, House Partys, was kommt da noch alles? Und startest du von dort deine Weltkarriere?

    Geschrieben am 09. Feb 2009 um 19:48 Uhr

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