Robert Plant: Band Of Joy (CD-Tipp September 2010)

Robert Plant: Band Of Joy

Er versagt vehement jede Reunion der legendären Led Zeppelin, dessen prägnante Stimme Robert Plant war, vermutlich gut so. Letztendlich würde ein Mythos zerstört werden. Sicher wäre es die größte Tournee, die je diese Erde gesehen hätte, aber Plant weiß ganz genau, welche unerfüllbaren Erwartungen auf dieser Reunion lasten. Ein großer Gig in London ist eben was anderes, wie dies in den Stadien dieser Welt jeden Abend auf die Bühne zu bringen. Aber eines ist beachtlich: Welchen Stellenwert, selbst 40 Jahre nach Trennung noch immer Led Zeppelin genießt.

Plant ist seit dieser Zeit Solo unterwegs oder hat in diversen Kollaborationen mit Musikern, wie Jimi Page gearbeitet. In 2007 kam wohl die erfolgreichste Zusammenarbeit zu Stande. „Raising Sand“ gemeinsam mit Alison Krauss. Sechs Grammys gab es für dieses Album. Nimmt man dieses Album und einige Soloalben zuvor, stellt man fest, dass Plant mit zunehmenden Alter immer besser wird.

Das neue, mit Spannung erwartete Album „Band Of Joy“ hat er nach seiner allerersten Band benannt. Damals spielten sie Coversongs, das macht er auf diesem Album auch.

Neuinterpretation von vielen Traditionals oder Songs von Townes Van Zandt oder Low. Stilistisch streift er durch die Musikwurzeln der USA. Vom Folk bis zum Country. Mal wird man an „The Honeydrippers“ erinnert, dann fühlt man sich bei „Central Two O Nine“ direkt im Kinofilm „O Brother Where Are Thou?“ wieder. Nur dieser Song stammt aus Plants Feder.

Es sind auch die ersklassigen Begleitmusiker, die „Band Of Joy“ zu etwas Besonderen machen:

Darrell Scott (Akustikgitarre, Mandoline, Oktav-Mandoline, Banjo, Akkordeon, Pedal-Steel- und Hawaii-Gitarre), Byron House (Bass), Marco Giovino (Schlagzeug, Percussion) und natürlich Buddy Miller (E-Gitarre, Baritongitarre, Sechssaiter-Bass, Mando-Gitarre), der auch Co-produziert hat.

Sie zelebrieren förmlich die Songs, geben ihnen Raum zum Atmen, streicheln die Instrumente, flehender Gesang bei minimalistischen Arrangments. So klingt auch der Country-Klassiker „Satan, Your Kingdom Must Come Down“, der sich auf das rund 150 Jahre alte Gedicht „Even This Shall Pass Away“ beruft. Ein fast schon psychedelisches und treibendes Lied. Alles Songs dir man sich “erarbeiten” muss.

Wahrlich, ein weiteres Alterswerk des mittlerweile 62jährigen mit dieser großen Stimme, die uns alle noch heute fesselt.

Tipp: 20.11. LED ZEPPLIN Tribute Nacht in Schrecksbach!

Die Website von Robert Plant: www.robertplant.com

(Heiko)

The Honeydrippers, Vol. 1 [Expanded]

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1 Kommentar

  1. Robert Plant beschert uns im September neues Album: “Band Of Joy” meint:

    [...] Update: Ein ausführliches Review zum Album gibt es hier. [...]

    Geschrieben am 13. Sep 2010 um 20:19 Uhr

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