FMS-Prognose:
Deutschland wird Fußballweltmeister!

Eine Steuererklärung muss auf einen Bierdeckel passen, sagte einst Friedrich Merz, seines Zeichens geschasster Experte für Finanzen und Steuern in der CDU. Mit der “Bierdeckel-Reform” wurde es leider nix, aber die FMS hat Besseres zu bieten: Der WM-Sieg Deutschlands passt auf einen halben Bierdeckel. Ganz im Ernst.

Die FMS-Fußballkenner sagen: Deutschland wird 2006 Fußballweltmeister - und zwar mit einem 3:1-Sieg gegen die Niederlande. Die Tore im Finale werden Neuville, Ballack und Podolski schießen. Aber das ist nebensächlich. Entscheidend ist der WM-Verlauf, den die FMS während ihrer Jahresfahrt nach Heidelberg in der dortigen Kneipe “Bier Brezel” entworfen und mehrheitlich beschlossen hat. Im Schwarzbier liegt die bekanntlich die Wahrheit - und nun lest, was wir prophezeien.

Vorrunde WM 2006

Deutschland wird nach den drei Vorrundenspielen Zweiter der Gruppe A hinter Polen. Die Polen haben zwar noch nie gegen uns gewonnen, trotzen uns dieses Mal aber ein Unentschieden ab und werden Gruppenerster aufgrund der besseren Tordifferenz - da hilft es auch nichts, dass Podolski und Klose die polnische Abwehr belauschen. Siege gegen Costa Rica und Ecuador sind freilich Pflicht, wenngleich einzelne Ergebnisse hier nicht interessieren. Habt Nachsicht dafür - auch mit einem Heidelberger Schwarzbier vor Augen hat man große Ziele vor denselben.

Zudem absolvieren folgende Teams die Vorrunde erfolgreich: In der Gruppe B qualifizieren sich Schweden (1.) und England (2.) für die Finalrunde, derweil sich in Gruppe C die Niederlande (1.) und Argentinien (2.) durchsetzen. In Gruppe D behaupten sich Portugal (1.) und Mexiko (2.). Gruppe E wird dominiert von Italien (1.) und Tschechien (2.), während sich in Gruppe F Brasilien (1.) und Kroatien (2.) durchschießen. Gruppe G gewinnt Frankreich (1.) vor der Schweiz (2.), und in Gruppe H siegt Spanien (1.) vor der Ukraine (2.)

Hätten wir das schon mal geklärt.

Achtelfinale WM 2006

Als Zweitplatzierter der Gruppe A trifft Deutschland in Stuttgart auf den Erstplatzierten der Gruppe B. Das wird Schweden sein. Es wird ein hartes Spiel, das Deutschland mit dem viel zitieren Quentchen Glück gewinnt. Schade für die Schweden, die zuvor noch souverän gegen England glänzten.

In den weiteren Achtelfinalbegegnungen gewinnt zunächst England gegen Polen, die Niederlande schlagen Mexiko, Argentinien wiederum Portugal. Italien setzt sich gegen Kroatien durch, Frankreich unterliegt (!) der Ukraine, Brasilien gewinnt gegen Tschechien und Spanien gegen die Schweiz.

Wir halten fest: Frankreichs Mission endet im Achtelfinale; die Keule der deutsch-französischen Erbfeindschaft wurde frühzeitig entschärft. Auch Portugals Mannen dürfen die Heimreise antreten und sich an der Westalgarve in die Sonne legen.

Viertelfinale WM 2006

Im Viertelfinale, aus deutscher Perspektive ausgetragen “auf Schalke”, wird dann schon südamerikanischer Tango getanzt - und zwar gegen Argentinien. Dankenswerterweise lebt Argentinien vom altehrwürdigen Namen und nicht von aktuellen Leistungen. Der Einzug ins Viertelfinale sei ihnen vergönnt gewesen, aber Cleansmans Putztruppe wischt die Blau-Weißen vom Veltins-Feld.

Auch für England ist Schluss, denn die Oranjes brennen auf die Revanche 74 und machen den Rückflug auf die Insel klar. Italien indes schickt die Ukraine nach Hause - die WM ist eben nicht der Grand Prix. Bleibt als vierte und letzte Begegnung im Viertelfinale Brasilien gegen die Schweiz. Den Schweizern steckt leider noch die Qualifikation gegen die Türken in den zertretenen Knochen, weshalb auch sie die Heimreise antreten dürfen.

Fazit: Argentinien hat eine weite Heimreise und der WM-Pokal ziert sich auch 2006, in das vermeintliche Mutterland des Fußballs zurückzukehren. Für die deutsche Nationalmannschaft war das Viertelfinale die erste Tanzstunde in Sachen WM - mit dem Mädchen, das zwar ganz nett ist, mit dem man aber partout nicht zum Abschlussball will, weil es schönere Herausforderungen gibt.

Halbfinale WM 2006

Dem Dikatat des Spielplans unterworfen, findet der Abschlussball mit besagter schöner Herausforderung leider schon im Halbfinale statt. Am 5. Juli um 21 Uhr zeigt sich die Allianz-Arena München in ihrer schönsten Farbentracht, denn außer den raren WM-Tickets leuchten auch unsere Tanzpartner sowie deren Anhängerinnen in einem leuchtenden Grün und Gelb. Die Rede ist - klar - von Brasilien. Getanzt wird Samba, Musterschüler Ronaldinho gibt den Ton an - und dieses Mal müssen die deutschen Kicker wahrhaftig Schritt halten.

Leider vertänzeln sich die Brasilianer, die sich zwar auf alle Finessen und Drehungen verstehen, darüber aber - durchaus selbstverliebt - die Standards der 90 Minuten-Kür vergessen. Deutschland gewinnt und zieht ins Finale ein.

Im zweiten Halbfinale werfen die Holländer alles nach vorne und schießen die korruptionsgeplagten Italiener bis hinter die Alpen.

Déjà vu in deutschen Landen: Nach 32 Jahren kommt es wieder zum Traumfinale, zum Klassiker aller europäischen Fußballbegegnungen, zum Albtraum eines jeden Sicherheitsbeamten: Deutschland gegen die Niederlande. Millionen von Campingwagen setzen sich noch am gleichen Abend Richtung Berlin in Bewegung.

Spiel um Platz 3

Das Spiel um Platz 3 gewinnt Brasilien gegen Italien. Am Vorabend des deutschen WM-Sieges tanzt man daraufhin in Stuttgart Samba in knappen Höschen und mit bunten Federn. Ronaldinho lacht, was sonst.

Das WM-Finale 2006

Das Berliner Olympiastadion ist proppevoll, bis auf den letzten Platz gefüllt. Die 66.000 Zuschauer teilen sich auf in 15.000 deutsche und 10.000 niederländische Fans sowie 41.000 VIP-Besucher, WM-Sponsoren und eine nicht unbedeutende Anzahl von Unkundigen, die ihre Karten in diversen Verlosungsaktionen bei Radiosendern, Finanzinstituten, Baumärkten und Fastfood-Anbietern abgegriffen haben.

Sie alle sind Zeuge, wie Oliver “Titan” Kahn den heiligen Rasen betritt, denn nach dem grandiosen Sieg gegen Brasilien ist Jens Lehmann auch vier Tage später noch nicht ansprechbar. Nach der roten Karte im Champions League-Finale gegen Barcelona hat sich die Wieder-Nummer-Zwei erneut einen dunklen Karton abholen müssen - dieses Mal von Klinsmann. Kahn macht sich den warm und den Torpfosten zur Minna. Zum Aufwärmen. Den Holländern läuft es eiskalt den Rücken herunter.

Anstoß in Berlin. Es ist ein ausgeglichenes Spiel, bis Odonko Mitte der ersten Halbzeit eine sensationelle Flanke schlägt - leider in die eigene Abwehr hinein. Van der Vaart nimmt den Ball regelwidrig mit dem Oberarm mit, legt anschließend ab auf Nistelrooy und der tunnelt Kahn eiskalt zum 1:0. Auch das ein Déjà vu - dieses mal für Oliver Kahn. Jens Lehmann lacht beschwippst.

Deutschland im Rückstand - das darf nicht sein! Jürgen und Jogi werfen alles nach vorne, und tatsächlich gelingt Oliver Neuville kurz vor dem Pausenpfiff der Ausgleich. Ein herrliches Kontertor war das, gegen allzu selbstsichere Holländer!

Nach Wiederanpfiff und einer Viertelstunde gegenseitigen Abtastens dämmert Michael Ballack, dass sein erster internationaler Titel greifbar nahe ist. Angepeitscht von den Erniedrigungen eines Franz Beckenbauer von der Tribüne aus und den von Oliver Kahn in der Kabine angedrohten Züchtigungen fasst er sich ein Herz und verwandelt einen Eckball Kloses per Kopf zum 2:1. Unhaltbaaar! Tooor für Deuuuutschlaaaand!

Die Republik steht Kopf, die ersten Autokorsos machen die Hupe klar, ein Großteil der Käse-Camper packt wehmütig zusammen. Doch noch sind knapp 20 Minuten zu spielen!

Es passiert, was passieren muss: Holland - im Sturmdrang - läuft ins offene Messer. In der 80. Minute staubt Podolski einen herrlichen Distanzschuss von Sebastian Schweinsteiger zum 3:1 ab. Das Spiel ist entschieden. “Isch hab dem Ball bekommen und nischt nachgedacht, isch hab dem einfach voll Spann draufgehalden, da war dem Ball ein Tor”, wird Poldi später zitiert.

…und danach

Kapitän Michael Ballack nimmt den WM-Pokal entgegen und erhält ein Küsschen von Angela Merkel, von dem er sich Zeit seines Lebens nicht mehr erholen wird. Geplagt von Wangenschmerzen, verläuft seine Karriere beim Chelsea Football Club im Sande; 2009 wechselt er ablösefrei zu Cosmos New York, wo er - analog Beckenbauer und Pele - gemeinsam mit Ronaldinho aufläuft. 2020 holt das deutsch-brasilianische Dream Team die WM nach Brasilien.

Ebenda gewinnt Ballack, mittlerweile leicht ergrauter Trainer der deutschen Mannschaft, mit seinen Buben das “Zwanzig-Zwanzig”-Finale in Rio. Er und sein Freund Ronaldinho gehen als “Lichtgestalten des Fußballs” in die Geschichte ein.

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